C A R L   N I E P E R

 

 

carl-nieper
Portrait eines älteren Herrn in Anzug

Öl auf festem Karton
verso o.r. in Rot (von fremder Hand?) datiert „Weihnachten 1919“

Kartongrösse: 44,6×57,2cm

o.l. signiert „C. Nieper“
nicht betitelt

€ 350,-

 

       

 

Zustand
Ecken/Kanten etwas berieben und bestoßen; partiell oberflächlich leicht berieben; oberer Randbereich minimal wellig, sowie am oberen Randbereich rechts Karton mit oberflächlichen Materialverlusten; verso umlaufend Reste von Klebeband; verso etwas berieben und fleckig

Provenienz
verso auf aufgeklebtem Zettel in blauer Tinte beschrieben: „Adelmannsfelden 1945 / Weihnachten bekommt Liselotte Vaters Ölbild zum Andenken. / Mutter“

 

 

Carlo Nieper, Sohn des Leipziger Geheimraths Prof. Dr. Ludwig Nieper, machte sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland einen Namen als Portraitmaler. Um 1910 übersiedelte er nach London, bevor er wohl aufgrund des Kriegsausbruchs 1914 nach Deutschland zurückkehrte.
Das vorliegende Gemälde entstand 1919 und damit kurz nach Kriegsende und noch vor der Übersiedlung Niepers nach Berlin 1924. In sicherer Manier zeigt Nieper das Bildnis eines älteren Herrn in schwarzem Anzug mit dunkelgrüner Krawatte. Der Lichtfall wird vom Künstler auf die erhöhte Stirn gelenkt, so dass dem Kopf als Sitz der kreativen und geistigen Kräfte eine besondere Bedeutung zukommt und man dies vielleicht als einen Hinweis auf die Profession des Dargestellten – vielleicht ein Schriftsteller, Mediziner, Wissenschaftler – deuten mag.

 

 

Zu Carl Nieper (21.04.1896 Dresden – 17.12.1938 Berlin):
auch geführt als: Carlo Nieper; Maler, vornehmlich tätig als Portraitmaler; Sohn des Malers und Direktors der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Ludwig Nieper (1826-1906); anfangs Unterricht bei seinem Vater, später an der Académie Julian in Paris (bei Benjamin Constant und Jean Paul Laurens); Ende des 19. Jhds. Portrait von Samuel Hahnemann (1755-1843), welches wohl auf einem Portraitgemälde von Julius Schoppe (1795-1868) basiert; um 1910-14 in London ansässig und dort insbesondere als Portraitmaler tätig; es entstanden u.a. Portraits von Sir Herbert Tree (1853-1917) und Sir George Alexander (1858-1918); wohl 1914 Rückkehr nach Deutschland; ab 1924 in Berlin tätig; 1931 Portraitbildnis von Reichskanzler Heinrich Brüning (heutiger Standort: Stadtmuseum Münster, Stiftung Herta Vollmar); verheiratet mit Louissa Baillie Nieper (1871 Camberwell – 1956 Belper); später Partnerschaft mit Christine Alice Spouse

Literatur
The Studio. An illustrated Magazine of fine & applied Art; Vol. 55; No. 227 (v. 15.02.1912); S. 52
Stadtmuseum Münster (Hrsg.) (2005): Geschichte der Stadt Münster; Münster; S. 212