B E R N H A R D   T E M P L I N

 

Weitere Werke von Bernhard Templin

 

 

Karge Berglandschaft mit Nadelbäumen

Öl auf Leinwand, Keilrahmen, gerahmt
nicht datiert

u.l. geritzt signiert „B. Templin“
nicht betitelt

€ 720,-

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Grösse
Rahmengrösse: 63,7×73,7cm
Leinwandgrösse: 50,5×60,5cm

Zustand
in den Randbereichen leichte Druckstellen durch den hinterliegenden Keilrahmen; in den Randbereichen leichte Craquelé-Bildung

Provenienz
Galerie Steinbach (Krefeld) [hierzu verso auf dem Keilrahmen o.l. Etikett mit handschriftlichen Angaben zum früheren Preis]

 

 

Bernhard Templin lässt in dem vorliegenden Gemälde den Anblick einer kargen Berglandschaft entstehen. Der vornehmlich in kräftigen Grün- und Brauntönen gehaltene Vordergrund skizziert in schnellen Strichen die nähere Umgebung mit vereinzelten Felsen, Nadelbäumen und Buschwerk. Unmittelbar dahinter scheint ein Abhang und erst in der Ferne zeigt sich die gegenüberliegende Bergseite in einer kühlen Melange aus Grau, Weiß und Blau. Die Nadelbäume stehen nur noch vereinzelt am Hang und deuten damit, ebenso wie die tief hängenden Nebelschwaden, auf die Höhe hin in der wir uns befinden. Führt der Blick noch weiter in das Bild hinein, begrenzen zwei Bergspitzen einer Festung gleich die Sicht und lassen zudem nur wenig des grau trüben Himmels erkennen.
Zweifelsohne schafft Templin hier kein idyllisches Bergpanorama, welches in einer rein dekorativen Art den Betrachter erfreuen soll. Stattdessen wirkt die nicht lokalisierbare Gegend unwirtlich und in einer gewissen Weise vielleicht auch bedrohlich. Bedrohlich nämlich in dem Sinne, dass dies nicht der übliche Ort für das ‚Mängelwesen‘ Mensch (Arnold Gehlen) ist. Dieser triste Ort weist nicht nur keinerlei Hinweise auf menschliche Existenz auf, sondern vermittelt durch sein Erscheinungsbild (dürre Bäume, Felsen, wenig Vegetation) wie auch durch die Charakteristika dieser momenthaften Aufnahme (grauer Himmel, wenig Sonnenlicht, schier spürbare Kühle) eine grundlegende Abgrenzung vom Menschen, der hier nicht nur nicht nötig, sondern vielmehr auch fremd ist.
Im Gegensatz zum weiten Blick des ‚Wanderers über dem Nebelmeer‘ von Caspar David Friedrich, der den Gipfel erreichte und mit dem Bildbetrachter in die Ferne, gleichsam wie zu neuen Aufgaben und Zielen schaut, ist Templins expressiv-realistische Berglandschaft ganz bewusst begrenzt, beinahe einengend, so dass der Blick nicht in die Ferne, sondern auf eine melancholische Manier zur eigenen Person zurückführt und damit dezidiert den Betrachter als Individuum anspricht.

 

 

Zu Bernhard Templin (1894 Düsseldorf – 1974 ebd.):
teilweise geführt als Bernd Templin; Maler; 1917-20 Besuch der Kunstgewerbeschule Düsseldorf; später Besuch der Kunstakademie Düsseldorf; ab Mitte der 1920er Jahre rege Teilnahem an Ausstellungen; 1937 Beteiligung an der „Großen Kunstausstellung Düsseldorf“ (Kunsthalle Düsseldorf); 1939 Beteiligung an der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ (Haus der Deutschen Kunst, München); 1939-41 Beteiligung an der „Herbstausstellung Düsseldorfer Künstler“ (Kunsthalle Düsseldorf); 1940, 1942 Beteiligung an der „Frühjahrsausstellung Düsseldorf“ (Kunsthalle Düsseldorf); 1940 Beteiligung an der „Kunstausstellung für Soldaten. Zeitgenössische Künstler stellen aus“; 1942 Beteiligung an der Ausstellung „Der Rhein und das Reich. Düsseldorfer Kunstausstellung“ (Herzog-Anton-Ulrich-Museum, Braunschweig); 1942 Beteiligung an der „Winterausstellung Düsseldorfer Künstler“ (Kunsthalle Düsseldorf); Mitglied im Malkasten (Düsseldorf); nach dem Zweiten Weltkrieg in Düsseldorf in der Sittarder Str. 5 wohnhaft; Templin schuf insbesondere Landschaften, Stillleben