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Weitere Werke von Arnold Hilmer
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recto: Selbstbildnis
verso: (wohl) Motiv an der Nordsee

Öl auf Karton
recto o.r. und u.r. datiert „1923“, sowie die recto ausgeführte Arbeit verso am linken Rand nochmals auf 1923 datiert

Kartongrösse: 24,9×34,4cm

€ 500,-

 

 

 

 

     

 

recto u.r. in Blei monogr. „A.H.; verso am linken Rand in dunkler Tinte signiert, sowie verso u.r. Nachlasstempel
recto – Selbstbildnis [hierzu verso am linken Rand in dunkler Tinte vom Künstler bez. „Selbstbildn. gemalt 1923 A. Hilmer“];
verso – (wohl) Motiv an der Nordsee (die verso ausgeführte Arbeit mit Farbstiften durchgestrichen)

Zustand
Ecken/Kanten bestoßen; insgesamt etwas beschmutzt; Ecke o.l. mit Materialverlust; Ecke o.r. mit kleinen Einrissen; oberflächlich partiell elicht berieben

 

 

Das vorliegende, beidseitig ausgeführte Werk stammt aus Hilmers Frühzeit. Die rückseitige Küstenansicht mit schäumenden Wellen zeigt wohl ein Motiv der Nordsee und dürfte spätestens 1923 entstanden sein. Der Künstler verwarf dieses Werk selbst, wie die Durchstreichungen mit Farbstift zeigen, und verwendete es als Rückseite für ein Selbstbildnis.
Die Farbgebung dieses Selbstbildnisses vermittelt einen unruhigen, unnatürlichen, außeralltäglichen Eindruck. Das Grün in verschiedenen Nuancen dominiert – Kleidung, Krawatte, Augen, Haare und Hintergrund tragen immer wieder Grün in sich. Aus dieser ‚grünen Wand‘ heben sich die rötlich-gesichtsfarbenen Züge des Künstlers ab, der den Betrachter fixiert. Die in Falte gelegte Stirn, die Ruhe der Augen lassen keinesfalls einen 15jährigen, sondern eher einen weitaus älteren, lebenserfahreneren Mann vermuten. Hilmer scheint hier inneres Ringen, innere Konflikte an die Oberfläche seines Bildnisses bringen zu wollen. – Möglicherweise ein ganz ernstes, verbitteres Ringen mit psychischem Unwohlsein. Herausragend umgesetzte, zutiefst selbstreflexive Komposition aus dem Frühwerk Hilmers!

 

 

Zu Arnold Hilmer (1908 Hamburg – 1993 ebd.):
Maler, Graphiker, Bildhauer; 1928-29 Studium an der Landeskunstschule Hamburg (bei Prof. Eduard Steinbach); 1929-30 Studium an der Kunstakademie Königsberg; 1930-33 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (bei Prof. Alexander Eckener, Prof. Gottfried Graf, Prof. Ludwig Habich); zahlreiche Ausstellungen (u.a. bei der Griffelkunstvereinigung (1943, 1945), Völkerkundemuseum (1945), Galerie Kühling (1974, 1978), Galerie Jesteberg (1978), Galerie Herold (1999))

Literatur
Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg (Hrsg.) (1982): Künstler in Hamburg; Christians Verlag; Hamburg, [unpag.] Katalog zur Ausstellung „Arnold Hilmer 1908-1993“ (Galerie Herold (Hamburg), 1999)