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Weitere Werke von Arnold Hilmer
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Selbstbildnis

Öl über partiellen Bleistiftvorzeichnungen auf festem Karton
nicht datiert, um 1928-30

Grösse: 28,5×38,7cm

u.r. Signaturstempel „A. Hilmer“, sowie verso o.r. Nachlassstempel „A. Hilmer / Nachlass“
nicht betitelt

€ 400,-

 

 

 

 

         

 

Zustand
Ecken/Ränder etwas bestoßen; Ecken o.r. und u.r. stärker bestoßen; unterer Rand leicht unsauber beschnitten; insgesamt etwas beschmutzt/fleckig; im Bereich u.r. (etwas oberhalb des Signaturstempels), sowie im Bereich u.l. kleines Loch (wohl Reißzwecke); partiell oberflächlich etwas berieben; verso etwas berieben, sowie oberflächliche Schnittspuren (zweimal vertikal, einmal horizontal)

 

 

Der im Späteren vornehmlich als Bildhauer tätige Arnold Hilmer studierte zwischen 1928 und 1933 an der Landeskunstschule Hamburg, sowie an den Kunstakademien in Königsberg und Stuttgart. Das vorliegende Gemälde wird aus den Anfangsjahren dieser Studienzeit stammen.
In einer leichten Dreiviertelansicht porträtiert sich der Künstler hier selbst. Als Betrachter blicken wir hier auf einen überaus ernst und zugleich vielleicht auch introvertiert erscheinenden jungen Mann. – Die Augen sind klar auf uns gerichtet, der geschlossene Mund lässt keine Regung erkennen.
Deutlich erhält die Farbgebung eine zentrale Rolle innerhalb der Wirkkraft des Werks. Das Licht fällt von links oben ein und lässt dadurch die Stirn am Hellsten erscheinen, was vielleicht dem eigenen Verständnis des Künstlers als Denker bzw. Schöpfer entsprechen soll. Die weiteren Gesichtspartien werden, je tiefer der Blick geht, dunkler und zugleich mannigfaltiger in ihrem Kolorit, das sich am Kinn nicht nur in Hautfarbe, Rosa, sondern zudem in Grüntönen zeigt. In Ansätzen finden sich diese Grüntöne auch in den Haaren und deutlicher dann auch in der Kleidung. Hilmer bewegt sich mit dieser Farbgebung hin zu einem dezenten Expressionismus, der zwar die Konturen des Objekts realistisch belässt und diese nicht nach subjektiver Empfing verformt, zugleich aber in der Farbe das persönliche Erleben dem Betrachter übermittelt. So erscheint der Künstler einerseits als ein durchaus selbstbewusster junger Mann, der mit klarem Blick in seine Zukunft blickt. Und andererseits sprechen besonders das Farbspiel von Grün und Violett, sowie die nahezu hälftige Licht-Schatten-Legung des Gesichts ein innerliches, sich selbst erforschendes Motiv an.
Beeindruckendes Selbstbildnis aus dem frühen Schaffen Arnold Hilmers!

 

 

Zu Arnold Hilmer (1908 Hamburg – 1993 ebd.):
Maler, Graphiker, Bildhauer; 1928-29 Studium an der Landeskunstschule Hamburg (bei Prof. Eduard Steinbach); 1929-30 Studium an der Kunstakademie Königsberg; 1930-33 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (bei Prof. Alexander Eckener, Prof. Gottfried Graf, Prof. Ludwig Habich); zahlreiche Ausstellungen (u.a. bei der Griffelkunstvereinigung (1943, 1945), Völkerkundemuseum (1945), Galerie Kühling (1974, 1978), Galerie Jesteberg (1978), Galerie Herold (1999))

Literatur
Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg (Hrsg.) (1982): Künstler in Hamburg; Christians Verlag; Hamburg, [unpag.] Katalog zur Ausstellung „Arnold Hilmer 1908-1993“ (Galerie Herold (Hamburg), 1999)