A L O I S   S C H E N K

 

Weitere Werke von Alois Schenk

 

 

Schafstudie aus der Stuttgarter Studienzeit des Künstlers

Öl auf Leinwand, komplett aufgezogen auf festen Karton, gerahmt
u.l. in Schwarz datiert „[19]08“

Rahmengrösse: 40x46cm
Leinwandgrösse: 32,5×38,5cm

u.l. in Schwarz signiert „ASchenk“
nicht betitelt

€ 840,-

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Zustand
Leinwand komplett aufgezogen auf festen Karton; leicht fleckig; im linken Bildbereich leicht Craquelé-Bildung; in den Ecken kleine Einstichlöcher (unter Rahmen nicht sichtbar); Karton verso fleckig, berieben, sowie in den Ecken kleine Einstichlöcher

 

 

Nach einer handwerklichen Malerlehre in Stuttgart (1903-06) ermöglichte die Unterstützung seines Onkels dem 1888 in Schwäbisch Gmünd geborenen Alois Schenk das Studium an der Kunstakademie Stuttgart. Seine damaligen Lehrer waren Robert Poetzelberger, Christian Landenberger und Adolf Hölzel. Und bereits während seiner Studienzeit (1906-11) begann sich Schenk intensiv mit kirchlicher Kunst und der Freskomalerei auseinanderzusetzen; was sich vielleicht auch auf den unterstützenden Onkel zurückführen lässt, war dieser doch Pfarrer der ältesten Stauferstadt.
Das vorliegende Gemälde ist auf 1908 datiert und damit dezidiert in diese Studienphase einzuordnen.
Alois Schenk widmet sich in dieser Arbeit einem ganz weltlichen Bereich, nämlich dem Tier und genauer: dem Schaf. Insgesamt fünf Schafsköpfe mit teilweise mal mehr, mal weniger Ansätzen des Körpers ordnet der Künstler an. Alle Tiere lassen deutliche Unterschiede in ihrer Physiognomie erkennen, so dass sich dem Betrachter durch das jeweilige Aussehen der Ohren, Augen, Mäuler stets ein ganz eigenes Lebewesen mit einem ganz eigenen Ausdruck zeigt. Da auch die Zwischenräume mit Grün ausgemalt wurden, wirken die Schafsköpfe weniger losgelöst, sondern vielmehr eingebettet in diese Wiese. Jedes Schaf ist mit einer ganz eigenen, überaus stimmigen Farbgebung dargestellt, welche jeweils ebenso differenziert das von rechts einfallende Licht aufnimmt und aufzeigt. Lockere Schattenpartien wechseln sich mit hellen und goldenen Flächen ab, was jedem Tier eine wunderschöne Lebendigkeit und Ruhe verleiht.
Im Ganzen betrachtet verweisen Anordnung und Aufbau auf den – schon allein zeitlich bedingten – Studiencharakter der Komposition, doch geht die malerische Ausführung auch darüber hinaus und lässt dieses Frühwerk Alois Schenks als durchaus eigenständig bestehen.

 

 

Zu Alois Schenk (04.02.1888 Schwäbisch Gmünd – 24.09.1949 ebd.):
Maler, Kirchenmaler, Graphiker; Sohn des Schreinermeisters Ludwig Schenk; 1903-06 handwerkliche Malerlehre in Stuttgart; während dieser Zeit förderte sein Onkel, Pfarrer Pfister aus Schwäbisch Gmünd, die künstlerischen Fähigkeiten seines Neffen; 1906-11 ermöglichte ihm sein Onkel das Studium an der Kunstakademie Stuttgart (bei Robert Poetzelberger, Christian Landenberger und Adolf Hölzel); während des Studiums intensives Beschäftigen mit kirchlicher Kunst und Erlernen der Freskomalerei; 1914 schuf er Heiligendarstellungen in der Pfarrkirche von Straßdorf (bei Schwäbisch Gmünd); kurz darauf Kriegsdienst; 1919 erhielt er den Auftrag einen Kreuzweg für die Pfarrkirche in Röhlingen bei Ellwangen zu gestalten (Fertigstellung 1922), aber weder die Gemeinde noch der Rottenburger Bischof Paul Kepler waren mit dem expressiv ausgerichteten Ergebnis zufrieden; 1922-23 Studienreisen nach Italien; 1924 Heirat mit Annemarie, geb. Weiß (1898-1930); 1926 Bau des selbstgeplanten Hauses in der Lindenfirststraße 18 in Schwäbisch Gmünd; Februar 1930 plötzlicher Tod der Ehefrau an Nierenversagen; Ende 1930 Reise zusammen mit Karl Stirner ins Heilige Land; ab 1930 erhielt er vermehrt Aufträge zur Ausmalung von Kirchen (u.a. Dalkingen, Eggenrot, Erpfental, Pfalheim, Stimpfach, Unterschneidheim); 1939 zweite Heirat mit Mathilde, geb. Krieg (1899-1993); ein früher Studienkopf befindet sich im Besitz des Museums im Prediger (Schwäbisch Gmünd)

Literatur
BAUMHAUER, Hermann (1993): Kunstszene Ostwürttemberg; Theiss; Stuttgart; S. 24
HAUBER, Hermann (2005): Karl Stirner und Alois Schenk. Im Heiligen Land. Eine Künstlerreise 1930/1931; Betulius Verlag; Stuttgart; S. 11-13
KISSLING, Hermann (1979) (Hrsg.): Kunst im Städtischen Museum Schwäbisch Gmünd; Göppingen: Jungmann; S. 113
„Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, Künstler-ID: 00153120