A L F R E D   H E R M A N N   H E L B E R G E R

 

Weitere Berliner Künstler

 

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„Männerporträt“

Öl auf Leinwand; Keilrahmen
nicht datiert, um 1920

Leinwandgrösse: 71,5x51cm

unten links signiert „A. Helberger“; verso auf linkem Rahmenelement Künstlerstempel (Adresse schwer lesbar)
verso oben rechts auf Etikett betitelt: „Männerporträt“

 

 

 

 

 

Zustand
insgesamt etwas beschmutzt; mittig (im Bereich des Barts und der Krawatte) etwas berieben; Randbereich der Leinwand etwas berieben; an Ecke rechts unten Leinwand leicht beschädigt; verso auf linkem Rahmenelement (etwas farbschwacher) Firmenstempel „Leopold Hess / Kunstmaterialien / Berlin W., Genthiner Str. 28 [oder 29?]“; am oberen Rahmenelement zweimal (in Blei bzw. schwarzer Kohle) nummeriert „374“; verso unten rechts auf Leinwand in Blei nummeriert „9“

Provenienz
– „Der Senator für Volksbildung Berlin –Referat Bildende Kunst- Inv.Nr. 222/63 Männerporträt Alfred Helberger“ [verso oben rechts Etikett] – verso auf linkem Rahmenelement in Blei (unaufgelöst) bez. „Wolff Mussehlstrasse 25 [Berlin]“
– verso auf linkem Rahmenelement ungedeutet in Blei bez. „Göcke[?]/Göckl[?]“
– norwegischer Besitz (?) [oben links kleines Etikett „Alfred Helberger, tysk kunstner, g. 1871, d. 1946“]

 

 

Helberger schuf insbesondere Landschaftsmotive. In seinem späteren Schaffen kamen neben Blumenbildern auch Portraits von Menschen hinzu. Richard Müller-Freienfels schreibt hierzu: „Er überträgt seinen an den Linien großer Berge und weiter Fläche geformten Stil auf das Menschenantlitz, und der Erfolg ist erstaunlich. Herb, streng und gehalten erstehen seine Menschen, mehr und mehr verinnerlicht bei voller Wahrung der kraftvollen Form und der Größe der Auffassung“ (Müller-Freienfels, Richard (1918): Maler Alfred Helberger, in: Deutsche Kunst und Dekoration (Bd. 43); Darmstadt; S. 233). In dem vorliegenden Portrait eines unbekannten (wohl) Berliner Herren arbeitet Helberger mit großen Flächen von sich abgrenzenden Farben, die er breit mit dem Pinsel auftrug und erzeugt dadurch ein beachtliches beinahe minimalistisch anmutendes Herrenbildnis.

 


Zu Alfred Hermann Helberger (23.05.1871 Eberstadt – 31.01.1946 Berlin):
1889-90 Schüler am Städelschen Institut (Frankfurt a.M.); 1890-96 Studium an der Kunstakademie Karlsruhe (bei Gustav Schönleber, Ernst Schurth und Carlos Grethe); 1892-98 mehrere längere Studienreisen nach Norwegen; ab 1896 freischaffend in Frankfurt tätig; ab 1900 in Berlin ansäsig; 1901 erneute Norwegenreise; 1899, 1900 und 1903 Studienreisen nach Italien; weitere Reisen nach u.a. Dänemark, Portugal, Brasilien, Frankreich; 1912 Beteiligung an der Münchner Jahresausstellung im Königlichen Glaspalast; mehrfache Beteiligungen an der Großen Berliner Kunstausstellung; 1914-18 Kriegsdienst als Kriegszeichner; im Weiteren wieder in Berlin tätig; 1933(?) Ausschluss aus dem „Verein Berliner Künstler“; 1937 Beschlagnahme einer Arbeit bei der Aktion „Entartete Kunst“; Helberger schuf anfangs insbesondere Landschaftsbilder, Blumenmotive, im Späteren kamen Portraits hinzu, weiterhin schuf er Wandgemälde (u.a. für die Städte Zerbst und Frankfurt a.M.); Helbergers Ehrengrab befindet sich auf dem Friedhof Heerstraße

Literatur
MÜLLER-FREIENFELS, Richard (1918): Maler Alfred Helberger, in: Deutsche Kunst und Dekoration (Bd. 43); Darmstadt; S. 231-233
DARMON, Adrian M. (2003): Around Jewish Art: A Dictionary of Painters, Sculptors, and Photographers; Carnot Editions; S. 246