A L F R E D   H A N F

 

 

alfred-hanf
„Felseninsel mit Festung (Spanien?)“

Bleistift auf sandfarbenem Papier; am oberen Rand durch zwei Klebestreifen unter Passepartout gesetzt
nicht datiert, um 1926-29

Passepartoutgrösse: 70x50cm
Blattgrösse: 47,2x30cm
Grösse des Passepartoutausschnitts: 45,8×27,7cm

€ 290,-

 

    

 

u.r. in Blei monogr. „AH“, sowie verso u.l. Nachlassstempel in Schwarz; weiterhin von fremder Hand auf dem Passepartout u.l. in Blei mit Künstlerdaten bez., sowie auf Zettel u.m. auf dem Passepartout maschinenschriftlich nochmals mit Künstlerdaten bez.
u.l. auf dem Passepartout von fremder Hand in Blei bezeichnet: „Felseninsel mit Festung (Spanien?)“ bzw. „Felseninsel mit einer Festung“ [so auf einem Zettel u.m. auf dem Passepartout maschinenschriftlich bez.]

Zustand
am oberen Rand durch zwei Klebestreifen unter Passepartout gesetzt; Druckstellen im Blatt; Ecken bestoßen; am rechten Blatrand oben leichter Papierverlust; am oberen Blattrand mittig leichter Papierverlust; am linken Blattrand partiell kleine Einrisse; auf Passepartout vorne u.l. klein in Blei nummer. „39“

 

 

In den 1920er Jahren bereiste Alfred Hanf Südeuropa (insbesondere Italien, aber auch Spanien und Frankreich), wobei zahlreiche künstlerische Arbeiten, Skizzen entstanden. „1929 führte eine Studienreise über die italienische Riviera und Südfrankreich nach Barcelona zur Weltausstellung, dann weiter über Madrid nach Toledo, Bordeaux, Chartre und Paris zurück nach Erfurt. Viele Studienarbeiten und kunstgeschichtliche Erkenntnisse waren das Ergebnis“ (Hans-Peter Brachmanski (Hrsg.) (2010): Alfred Hanf…ein Erfurter Künstlerleben; Verlag Rockstuhl; Bad Langensalza; S. 33). Die vorliegende Zeichnung dürfte der Betitelung folgend während dieser Reise oder einer vorhergehenden Spanienreise entstanden sein.

 

 

Zu Alfred Hanf (17.11.1890 Erfurt – 17.05.1974 ebd.):
1908-10 Besuch der Staatlich-städtischen Handwerker- und Kunstgewerbeschule Erfurt (bei Prof. Fritz Saß und Prof. Karl Lürtzing); 1910-12 Zeichenlehrerausbildung an der Staatlichen Kunstschule Berlin (bei Prof. Philipp Franck, Prof. Erich Kuithan); Staatsprüfung als Zeichenlehrer für höhere Schulen und Lehrerbildungsanstalten mit Auszeichnung bestanden; November 1912-Oktober 1913 Aufnahme in den Malsaal der Königlichen Akademie der Künste Dresden; Studium bei Otto Gußmann und Prof. Carl Bantzer (Beendigung aus finanziellen Gründen); 1913-14 Hospitation an der gewerbliche Berufsschule in Erfurt; 1914-15 Zeichenlehrer an Erfurter Volksschulen; Freundschaft mit Conrad Felixmüller; 1915-18 Kriegsdienst; 1918-19 Lehrauftrag an der Oberschule Eberswalde Berlin; 20.01.1919 Gründungsmitglied der Künstlergruppe -Jung-Erfurt-; 1919-22 als freischaffender Maler/Graphiker tätig; 1921 Heirat mit Berta Waldmann; Umzug in die Kartäuser Mühle; 1922 zweiter Preisträger der Stadt Stolp in Pommmern für Notgeldserie; 1922-24 Hilfslehrer an der gewerblichen Berufsschule Erfurt; 1924-26 als freischaffender Maler/Graphiker tätig; Reisen durch Deutschland & Italien; ab 01.05.1926 tätig an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Erfurt; Reisen nach Italien, Spanien, Südfrankreich, Schweiz; 1929 erneut verschiedene Reisen; 01.05.1933 Eintritt in die NSDAP; 1937 bei der Aktion -Entartete Kunst- werden 48 Arbeiten beschlagnahmt; 1942-45 tätig an der Meisterschule des deutschen Handwerks Erfurt; 1945 Leiter der Graphischen Klassen und des schmückenden Gewerbes an der gewerblichen Berufsschule Erfurt; 30.12.1946 Entlassung von der Tätigkeit; 1946-74 freischaffend tätig;

Literatur
u.a. BRACHMANSKI, Hans-Peter (2011) (Hrsg.): Alfred Hanf…ein Erfurter Künstlerleben; Verlag Rockstuhl; Bad Langensalza
JESSEWITSCH, Rolf/SCHNEIDER, Gerhard (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; S.487