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Weitere Werke von Albert Reich

 

Albert Reich: „Saffron Walden“

 

„Saffron Walden“

Bleistift, teilweise gewischt, auf sandfarbenem Karton
u.m. in Blei datiert „27. Sept. [19]38“

Blattgrösse: 16,9x13cm

u.l. in Blei monogrammiert „AR“
u.l. in Blei betitelt „Saffron Walden“

€ 110,-

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Zustand
Ecken minimal bestoßen; oberer Rand leicht uneben beschnitten; verso in den vier Ecken aufgrund früherer Befestigung/Klebung etwas aufgeraut (schlägt recto leicht durch); verso u.r. kleiner Fleck; verso o.m. angefangene Porträtskizze

 

 

Saffron Walden ist eine etwa 15.000 Einwohner zählende Gemeinde (‚Market Town‘) in der englischen Grafschaft Essex. London liegt etwa 55km nördlich hiervon. Augenscheinlich besuchte Albert Reich bei einer Englandreise neben London auch weitere kleinere Ortschaften und hielt seine Eindrücke zeichnerisch fest. Im vorliegenden Blatt blicken wir auf ein alltägliches Geschehen auf einer Straße in Saffron Walden. Kleine Gruppen von Fußgänger lockern die Szenerie auf und im Hintergrund erhebt sich der Turm der St Mary’s Church.

 

 

Zu Albert Reich (14.01.1881 Neumarkt i.d.Oberpfalz – 12.04.1942 München):
Maler, Zeichner, Grafiker, Illustrator; Sohn eines Schumachers; 1898-1902 Besuch der Kunstgewerbeschule Nürnberg (Dekorationsmalerei); 1901-02 Stipendium der Maximiliansstiftung in Höhe von 360,- Mark; ab 1902 Besuch der Kunstakademie München (bei Johann Caspar Herterich, Heinrich von Zügel und Peter von Halm); ab 1907 als Illustrator tätig für die Zeitschrift „Die Oberpfalz“; 1911 übernahm er die Malschule von Melchior Kern (1872-1947) und leitete diese bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs; ab 1911 schuf Reich zahlreiche Buchillustrationen (u.a. für Werke von Friedrich Thieme, Franz Drexl, Werner Beumelburg, Hans Zöberlein, Thilo von Bose) ; am 31.05.1912 heiratete er seine Schülerin Elisabeth, geb. Sellschopp (1884-1958); der Ehe entstammten vier Töchter; 1914-18 als Korpsmaler im Deutschen Alpenkorps eingesetzt (zu dieser Zeit entstanden u.a. Reichs Publikationen „Mit meinem Corps durch Serbien. Ein Kriegstage- und Skizzenbuch“ (1916), „Verdun. Ein Kriegsskizzenbuch“ (1917), „Durch Siebenbürgen und Rumänien“ (1917)); zw. 1916-20 mit insgesamt sechs Illustrationen in der „Jugend“ vertreten (danach erst wieder 1939 mit drei Zeichnungen); 1920 entwarf er zusammen mit Theodor Strasser ein Kriegerdenkmal für die Pfarrkirche Mariä Opferung in Duggendorf; 1922-23 entwarf er ein weiteres Kriegerdenkmal für den Kallmünzer Marktplatz; Albert Reich war eng befreundet mit Dietrich Eckart (1868-1923); durch diese Verbindung erhielt er den Auftrag die Umschlagentwürfe für die Erstausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ zu gestalten; 1930 Mitbegründer der NSDAP-Ortsgruppe in München-Harlaching; 1933 Beteiligung an der „Staatlichen Kunstausstellung München“ (Neue Pinakothek/Deutsches Museum, München); 1933 Beteiligung an der „Sonderschau der Münchner Künstlergenossenschaft“ (München); 1933 erscheint seine Publikation „Dietrich Eckart, ein deutscher Dichter und der Vorkämpfer der Völkischen Bewegung“ (München: Eher); 1934-35 Beteiligungen an den „Großen Münchner Kunstausstellungen“ (Neue Pinakothek, München); 1936 Beteiligung an der Ausstellung „50 Jahre Münchner Landschaftsmalerei und Bildnisplastik“; 1936 Beteiligung an der „8. Kunstausstellung des Bundes Fränkischer Künstler“ (Plassenburg, Kulmbach); 1937 Beteiligung an der „Münchner Jahresausstellung“ (Neue Pinakothek, München); 1938-41 Beteiligungen an den „Münchner Kunstausstellungen“ (Maximilianeum, München); 1938-42 mit elf Werken beteiligt an den „Großen deutschen Kunstausstellungen“ (Haus der deutschen Kunst, München); 1940 Beteiligung an der Ausstellung „Polenfeldzug in Bildern und Bildnissen“ (Künstlerhaus, Berlin); 1940 Beteiligung an der Ausstellung „Weltkrieg und Polenfeldzug“ (Städtisches Moritzburg-Museum, Halle/Sa.); 1941 Beteiligung an der Ausstellung „Münchner Künstler erleben den Krieg“ (Kulturamt München); 1942 wurde ihm posthum der Professorentitel verliehen

Literatur / Quellen
Klee, Ernst (2009): Kulturlexikon zum Dritten Reich; Fischer; Frankfurt a.M.; S. 432
LUDWIG, Horst (1994): Münchner Maler im 19. Jahrhundert (Bd. 6); Bruckmann; München; S. 212
Allgemeines Künstlerlexikon (AKL), Onlineversion, Künstler-ID: 00173872
Internetseite des Bergvereins Kallmünz [bergverein-kallmuenz.de]